Drucken

Friedrich Wilhelm Brederlo, geb. 7. Dezember 1779 in Mitau, gest. 2. März 1862 in Riga.

Friedrich Wilhelm Brederlo kommt im kurländischen Herzogtum in Mitau zur Welt. Sein Vater Johann David Brederlo war Inspektor der Akzise und Mundschenk im Hof des letzten kurländischen Herzogs Peter. Nach seiner Ausbildung in Mitau geht er, ein Jahr nach dem Tode des Vaters, im Frühjahr 1796 nach Riga. Er tritt 1815 der Bruderschaft der Schwarzen Häupter in Riga bei. Durch Kauf übernimmt er das nahe zum Ratshaus und neben dem Schwarzhäupterhaus gelegene Gebäude in der „Kleinen Sünderstraße 1“ und richtet dort sein Geschäft ein. Im Sinne der Fortführung einer Familientradition betreibt er den Weinhandel und entwickelt sich rasch zu einem der in Riga bekanntesten Vertreter dieser Branche.

Einen Teil seines Lebens verbringt Brederlo auf Reisen und verfolgt dabei sowohl kaufmännische, als auch kunstsammlerische Ziele. Seine Wege führen ihn nach Deutschland, England, Frankreich, Spanien, Schweden und andere Länder Europas und von diesen Reisen bringt er immer wieder Bilder für seine Gemäldesammlung nach Hause mit. So umfasst am Ende seines Lebens diese Sammlung über 200 Gemälde, mit einem Schwergewicht auf holländische, deutsche, italienische und englische Maler des 19. Jahrhunderts. Friedrich Wilhelm Brederlo gilt als herausragender Mäzen und Förderer junger Kunsttalente. Seine Vormundschaft stiftete er dem Maler Alexander Heubel (1813-1847); Wilhelm Georg Timm (1820-1895) und Karl Johann Bähr (1801-1869) zählten oft zu seinen Gästen im Brederloschen Haus. Auch viele junge Kaufleute erfahren durch Brederlos gütige Vermittlung eine erfolgreiche Laufbahn. Der von Glücksstadt angereiste Friedrich Schaar (1804-1872) und Peter Schniedewind gründen beispielsweise vom Geld, das sie im Brederloschen Geschäft verdienten, ihren eigenen gemeinsamen Weinhandel.

Der Rigaer Ratsherr, Großkaufmann und Kunstsammler Friedrich Wilhelm Brederlo gehörte zu den bekanntesten Persönlichkeiten im Riga des 19. Jahrhunderts. Sein Engagement in der Verwaltung der Stadt und dessen gesellschaftlichen Lebens, sowie das selbstlose Mäzenatentum haben entscheidend dazu beigetragen, wenn auch der Name Brederlo heute eigentlich immer nur mit seiner wertvollen umfangreichen, fast vollständig in Riga erhalten gebliebenen Gemäldesammlung in Verbindung gebracht wird.